Von Zinsen auf Zinsen

Zinsen auf Zinsen? komisch aber mächtig!

 

Spätestens der, der das erste Mal ein geregeltes Monatseinkommen bezieht, sollte überlegen wie er sein Geld möglichst gewinnbringend anlegen will! Der Finanzmarkt bietet einem da ja schier unendlich viele Möglichkeiten. Das Angebot reicht von A wie Anleihen bis hin zu Z wie Zerobonds.

 

Doch etwas haben alle Geldanlagen gemeinsam:

Der Gläubiger (Kunde) überlässt dem Schuldner (Bank…) für eine bestimmte Zeit ein gewisses Kapital. Mit diesem Kapital kann die Bank für den vorher festgelegten Zeitraum wirtschaften.  Doch der Gläubiger überlässt es dem Schuldner natürlich nichts umsonst, er bekommt auf sein geliehenes Kapital Zinsen!

 

So weit so gut. Wir verleihen also Geld, und bekommen durch den Zins noch mehr Geld.

 

Angenommen Paul geht zur Bank und leiht ihr für ein Jahr 1000€ zu 1% Zinsen. Nach Ablauf des Jahres geht Paul also erneut zu dieser Bank und holt seine angelegten 1000€ ab. So geht also zum Schalter, fordert seine 1000€, doch er bekommt keine 1000€ sondern 1010€ zurück! Das ist der Zins!

 

Was ist, wenn Paul sich aber dazu entschließt das Geld noch ein weiteres Jahr auf der Bank liegen zu lassen?

 

Paul sagt also zu dem Bankangestellten, dass er die 1010€ ein weiteres Jahr zu 1% Zinsen anlegen will. Die Bank freut sich, weil sie weitere 1010€ zum wirtschaften hat und Paul bekommt seine Zinsen. Doch er bekommt nicht, wie vielleicht vorschnell gedacht, 1020€ nach Ablauf des Jahres zurück sondern 1020,10€.

 

Damit sind wir beim Zinseszins angelangt!

 

Jetzt mag man natürlich argumentieren, dass sich das wegen 10 Cent doch nicht lohnen würde aber so stimmt das nicht.

 

Bei diesem Zinseszins spricht man von exponentiellem Wachstum. Das bedeutet es steigt mit den Jahren immer schneller an. In den ersten Jahren zwar sehr langsam, aber es steigt. So wären es nach 10 Jahren schon 1104.62€, nach 20 Jahren 1220.19€ und nach 30 Jahrenganze 1347.84€.

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 Albert Einstein wurde einmal gefragt: „Was ist die stärkste Kraft im Universum?“  er antwortete „der Zinseszins“!

Dieses Beispiel ist jedoch nicht sehr aussagekräftig aufgrund der niedrigen Summe und Zinsen. Doch wie schon oben erwähnt, kommt der Zinseszins längerer Laufzeit richtig zur Geltung. Da wohl kaum jemand 1000€ für 30 Jahre ohne zu – und Abgänge auf einem Konto liegen lässt, hier nochmal ein besseres Beispiel:

Ein Auszubildender verdient 700 Netto Monatlich, und investiert davon jetzt 200€ in einen Wertpapiersparplan. Dies wiederholt er monatlich so dass er in einem Jahr 2400€ einspart. 35 Jahre lässt der Azubi diesen Sparplan laufen und erzielt durchschnittlich eine Rendite von 7%.

 

gegeben: 2400€ Jährlich -> 84000€ in 35 Jahre, 7% Zinsen und eine Laufzeit von 35 Jahren.

gesucht: Kapital nach Ablauf der 35 Jahre

berechnen: Anfangskapital x ( Zinssatz)^Die Anzahl der Jahre -> 84000€ x (1,07)^35

= 896.832€

 

Durch den Zinseszins erzielt man aus eingezahlten 84000€ in 35 Jahren bei einem Anfangskapital von 84k also 896.832€ ! Da wir hier von exponentiellem Wachstum reden hätte man ein Jahr später schon 959k€ statt 896k!

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Man sieht spätestens am unteren Beispiel, dass man dem Zinseszins fast nicht zuviel Bedeutung geben kann. Wenn ihr noch Fragen habt dann könnt ihr sie gerne in die Kommentare schreiben 🙂

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2 Responses

  1. Philipp sagt:

    Genau aus diesem Grund ist es verdammt wichtig früh zu beginnen!
    Und 959k sind natürlich noch toller als 896k 😀

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